Modul-Manual – Green Line

Bislang ist die BBB in erster Linie eine Materialzusammenstellung, die es ermöglicht, einen defizitären Leistungsbereich nuanciert zu therapieren. Die App wird auf die Dauer so angelegt, dass in Zukunft eine zentrale Sammlung anonymer Ergebnisse (nach Einwilligung) erfolgen kann, um auch Normierungen möglich zu machen.

 

Für die Übungsübersicht und auch für manche Instruktionen ist es notwendig, den mittleren Teil des Bildschirms zu scrollen.

 

Die Geschwindigkeit ist bei einigen Übungen einstellbar. Sie finden dazu einen hellblauen Regler am Bildschirmrand.

 

Die Auswertung zeigt den aktuellen Verlauf einer Übung/abgeschlossen Übung. Die Statistik gibt die gemessenen Parameter über alle Durchgänge hinweg in aufsteigender Reihenfolge an, d. h. der aktuellste Durchgang steht ganz oben in der Liste, damit Sie bei vielen Durchgängen nicht blättern müssen.

 

In der Menü-Zeile ganz oben finden Sie immer eine Einstellungsmöglichkeit für die Begrenzung der Bearbeitungszeit sowie die Verlinkung zum Modul-Manual und zu einem aufgabenbezogenen Erklärvideo auf YouTube.

 

Green Line

 

Selektive Aufmerksamkeit

 

In der Therapie ist selektive Aufmerksamkeit ein besonders wichtiger Leistungsbereich. Viele Situationen im Alltag und im Beruf sind „wuselig“.  Mal sind Stimmen im Raum, mal läuft eine Maschine und noch irgendwo ein Radio. Oder Sie sehen fern und Ihre Frau erzählt Ihnen dabei etwas. So geht es bei den Übungen hier darum, aus dem vorhandenen Informationsfluss die Informationen herauszufiltern, um die Sie sich kümmern sollen. Bleiben Sie aber parallel dazu auch im Alltag im „Trainingsmodus“: Wenn Sie in netter Runde im Café sitzen, dann hören Sie doch zwischendurch einmal der Unterhaltung am Nachbartisch zu,

konzentrieren Sie sich dann wieder auf Ihren Tisch, ohne sich von der Unterhaltung am Nachbartisch ablenken zu lassen. Auch wenn Sie fernsehen, können Sie immer mal den Fokus wechseln (passt z. B. die Synchronstimme gerade zu den Sprechbe-

wegungen? Wer geht am langsamsten? ...)

 

 

Bei den Übungen Santa Fe und Selektives Sortieren können auch mehrere Reizquellen gewählt werden. Das entspricht unseren Alltagsanforderungen. Aber mit der Wahl zusätzlicher Wege/Sortierkategorien  steigt dann auch die Anforderung an die Aufmerksamkeitsteilung. Idealerweise sollen die Reize zum Training selektiver Aufmerksamkeit aber nicht geballt auftreten.

 

Wenn Sie strikt selektive Aufmerksamkeit trainieren wollen oder sollen, dann wählen Sie nur Optionen mit Stern!

 

 

Für das Modul 2 der Green Line wurden 3 unterschiedliche Aufgaben zur selektiven Aufmerksamkeit entwickelt. Da dies ein so wichtiger Trainingsbereich in neuropsychologischen Therapien ist, ein kleiner Tipp dazu:

 

Bei Komplexitätsanstieg der selektiven Anforderungen kommen notwendigerweise Anforderungen an die Aufmerksamkeitsteilung hinzu. Um rein selektiv zu arbeiten, bitte bei "Santa Fe" Dame und Häuptling wählen, nur 1 Weg und das Tempo schön hochsetzen. Dadurch wird die Falschauswahl der Hilfsmittel des Sheriffs gut durch Zeitverlust abgestraft (bei falschem Hilfsmittel wird die Zielperson nicht lahmgelegt und es muss erst das richtige Hilfsmittel gewählt und die Zielperson neu angesteuert werden). Werden mehr Wege gewählt, erfordert dies zusätzlich Aufmerksamkeitsteilung. Bei Wahl zweier Wege ergibt sich nebenbei die Möglichkeit eines Gap/Overlap-Trainings für die Neglect-Therapie.

 

Ähnlich bei "Selektives Sortieren": Um hier rein selektiv zu arbeiten, sollte 1 Kategorie reduziert oder mit Ausschluss gewählt werden und das Tempo schön hochgesetzt werden. Auch hier können optional Kategorien hinzugewählt werden. Das steigert die selektive Anforderung, aber auch die Notwendigkeit zur Aufmerksamkeitsteilung.

 

Bei der Übung "Flexibilität" bot es sich an, gleich eine Monitoring-Variante mit zu programmieren. Diese gibt es als Zugabe bei den Optionen.

Alertness

 

In der Therapie meint Alertness die kurzfristige Reaktionsbereitschaft, entweder ohne Vorwarnbedingung (das nennt man die intrinsisch-tonische Alertness) oder mit Vorwarnung (die sog. phasische Alertness). Alertness meint aber immer eine ganz basale Reiz-Reaktions-Kette.

 

Die intrinsich-tonische Alertness fordert die promte Aktivierung auf einen Reiz hin, während die phasische Alertness das Regulieren der Reaktionsbereitschaft erfordert: Wenn der visuelle oder akustische Vorwarnreiz kommt, darf nicht darauf reagiert werden, sondern Sie müssen auf den eigentliche Reiz warten, sich darauf vorbereiten. Wie bei „Go!“  dient auch im täglichen Leben das gelbe Licht bei der Ampel dazu, bei GRÜN schneller losfahren zu können.

 

Alertness ist entscheidend wichtig für das Autofahren und ist gleichzeitig auch die Basis aller anderen Aufmerksamkeitsleistungen. Reagieren Sie in diesem Bereich nicht schnell genug, spricht man von einer Verlangsamung basaler Reaktionszeiten, einer reduzierten Verarbeitungsgeschwindigkeit. Weil es so wichtig ist, diesen Bereich zu stabilisieren, sollten Sie im Alltag die vielfältigen Möglichkeiten zum Üben nutzen: Wenn Sie z. B. als Fußgänger an eine Ampel kommen, versuchen Sie möglichst als Erster loszugehen. Entwickeln Sie einen Ehrgeiz, als Erster bei der Waschmaschine, dem Geschirrspüler, der Kaffeemaschine zu sein, wenn diese jeweils durchgelaufen sind. Hier geht es nicht um die tatsächliche Reaktionszeit, sondern darum, rektionsbereit zu bleiben –  immer mal für einige Zeit am Tag. Es gibt zudem schöne Reaktionsspiele im Fachhandel (Fang die Maus, Zauber-kreisel etc.), die auch Spaß machen.

 

Eine selektive Komponente wie bei Luftballons – die Einschränkung auf blaue oder gelbe und blaue Luftballons – gehört nicht dazu, ist hier aber eingefügt, um auch Übungsmaterial für übergreifende Störungsmuster zur Verfügung zu haben.

 

Wenn Sie strikt Alertness trainieren wollen oder sollen, dann wählen Sie nur Optionen mit Stern!

 

 

Im Modul 3 der Green Line wird Alertness (tonisch und phasisch) über verschiedene Zugänge trainiert. Dieser Parameter ist besonders wichtig für die Fahreignung, liegt funktional aber auch allen anderen Aufmerksamkeitsleistungen zugrunde.

 

Bei Go! wird unter gleichbleibendem und ruhigem Vorwarnrhythmus trainiert. Durch Abschaltung der Ampel des Gegenverkehrs kann die Vorwarnphase verkürzt werden (Go!/Kreuzung). Wir haben auch eine Variante zur basalen Aktivierung eingebaut, speziell für die Bedürfnisse in der Frühreha oder bei schweren Aufmerksamkeitsdefiziten. Hier muss nur auf einen zentralen Farbpunkt und dessen Farbwechsel geachtet werde (Go!/Initiale Aktivierung). Bei Vorliegen einer Rot-/Grün-Schwäche kann auf die Farbvariante Blau/Gelb gewechselt werden.

 

Die Übung Stop! erfordert dagegen das Bremsen. Die große Zentral-Ampel zeigt Grün und wenn diese dann (OHNE Gelb-Phase) auf Rot springt, soll so schnell wie möglich der Stop-Button angtippt werden.

 

Bei Hubbrücke ist die Reizsituation rasanter und weniger vorhersehbar. Optional kann eine rein akustische oder eine rein visuelle Vorwarnbedingung gewählt werde. Auch die Kombination ist möglich. Bei der akustischen Vorwarnbedingung hupen die Schiffe, bevor sie den Brückenkanal befahren. Aber manche Schiffe hupen auch dann, wenn sie in andere Richtung unterwegs sind. Wichtig ist daher, dass erst auf „HEBEN“ gedrückt wird, wenn tatsächlich ein Schiff in den Kanal einfährt. Sonst zählt die Reaktion als Fehler. Ähnlich ist es bei der optischen Vorwarnbedingung. Im Kanal liegende Schiffe stoßen Gischt aus, bevor sie starten. Manche Schiffe sind aber nur zur Überprüfung im Kanal und starten den Motor, ohne dann auch loszufahren. Es darf hier also nur auf „HEBEN“ gedrückt werden, wenn ein Schiff dann auch tatsächlich in Richtung Brücke losfährt. In jedem Fall muss sehr schnell gedrückt werden, sowie ein Schiff in den Kanal einfährt oder ein liegendes Schiff losfährt.

 

In der Übung Luftballons geht es darum, reaktionsbereit zu bleiben. Es ist Flexibilität in der Vorbereitung auf die Reaktion gefordert. Die Luftballons treiben mal schneller, mal langsamer, zerplatzen auch mal auf dem Weg zur Schusslinie, so dass evtl. ein anderer Luftballon als der erwartete an der Schusslinie auftaucht. Die Reizdichte und Reizdifferenzierung kann hier über die Optionen festgelegt werden.

Vigilanz und Daueraufmerksamkeit

 

In der Therapie von Daueraufmerksamkeit dürfen sich ein paar mehr Reize tummeln. Und Sie müssen häufiger reagieren. Das entspricht einer turbulenteren Alltagssituation. So einer Situation sollten Sie sich im Alltag durchaus auch aussetzen. Das wird oft als belastend empfunden, aber wenn Sie sich immer wieder mal mit solch einer Situation auseinander setzen, fällt dem Gehirn dieses Management leichter. Also, trauen Sie sich ruhig ran!

Im Training dieser Fähigkeit muss immer eine selektive Komponente enthalten sein, d. h. Sie müssen sich auf einen Reiz, eine

Information in einer Auswahl an Reizen konzentrieren. In der Übung Controlling können Sie  sogar bis zu 5 Info-Quellen wählen, weil es berufliche und auch Alltagssituationen gibt, in denen man zusätzlich noch eine solche Aufmerksamkeitsteilung leisten muss. Um die Daueraufmerksamkeit für sich genommen optimal zu trainieren, sollen die Reize nacheinander kommen.

 

Wenn Sie strikt Daueraufmerksamkeit trainieren wollen oder sollen, dann wählen Sie nur Optionen mit Stern!

 

Mit Vigilanz ist etwas anders gemeint, nämlich die Fähigkeit, auch in einer ganz reizarmen Situation reaktionsbereit zu bleiben. Und zwar genau genommen eine halbe Stunde lang. Das kann sehr anstrengend werden, denn Sie müssen hier im Durchschnitt nur einmal in der Minute überhaupt auf einen Reiz reagieren. Diese Fähigkeit ist im Alltag jedoch sehr wichtig. Sie können lange auf einer Landstraße fahren oder auf Kinder aufpassen, ohne dass Nennenswertes passiert. Und dann muss man plötzlich doch

reagieren. So etwas kann man als Beifahrer bewusst trainieren. Oder passen Sie auf, wenn Sie im Café sitzen, ob doch wieder ein Radfahrer verbotenerweise durch die Fußgängerzone fährt. Im Alltag passiert auch mal Einiges gleichzeitig, deshalb können Sie in der Übung hier bei Controlling bis zu 3 Reizquellen auswählen.

 

Wenn Sie strikt Vigilanz trainieren wollen oder sollen, dann wählen Sie nur Optionen mit Stern!

 

 

Alle Übungen in Modul 4 der Green Line können entweder als Vigilanz-Übung oder als Übung zur Daueraufmerksamkeit genutzt werden.

 

Bei Pilzsaison und Am Strand ist die geforderte Vigilanz-Reaktion einfach gehalten, die Daueraufmerksamkeit erfordert ein differenziertes Reagieren.

 

Die Übung Controlling hat unter Vigilanz-Bedingung folgende Zielreize: Bei jeder Anzeige muss der links dargestellte Füllstand gemeldet werden. In der Daueraufmerksamkeits-Bedingung ist der Zielreiz variabel: Dort soll bei jeder Anzeige der hälftige Füllstand einer Anzeige gemeldet werden. Zusätzlich kann der Anzeigen-Ausfall mitgewählt werden für eine verstärkte selektive Komponente. Auf einen Anzeigenausfall muss immer die 0 vor der Anzeigen-Nummer getippt werden. Fällt also z.B. Anzeige 2 aus, so muss 0 und dann 2 angetippt werden. Da hier auch mehrere kritische Ereignisse gleichzeitig auftreten können, kann es zu einzelnen Peaks im Reaktionszeitverlauf kommen, da ja die Reize nur nacheinander beantwortet werden können.

 

Das Modul-Manual können Sie auch als PDF zum Ausdrucken downloaden.

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