Modul-Manual – Blue Line

Bislang ist die BBB in erster Linie eine Materialzusammenstellung, die es ermöglicht, einen defizitären Leistungsbereich nuanciert zu therapieren. Die App wird auf die Dauer so angelegt, dass in Zukunft eine zentrale Sammlung anonymer Ergebnisse (nach Einwilligung) erfolgen kann, um auch Normierungen möglich zu machen.

 

Für die Übungsübersicht und auch für manche Instruktionen ist es notwendig, den mittleren Teil des Bildschirms zu scrollen.

 

Die Geschwindigkeit ist bei einigen Übungen einstellbar. Sie finden dazu einen hellblauen Regler am Bildschirmrand.

 

Die Auswertung zeigt den aktuellen Verlauf einer Übung/abgeschlossen Übung. Die Statistik gibt die gemessenen Parameter über alle Durchgänge hinweg in aufsteigender Reihenfolge an, d. h. der aktuellste Durchgang steht ganz oben in der Liste, damit Sie bei vielen Durchgängen nicht blättern müssen.

 

In der Menü-Zeile ganz oben finden Sie immer eine Einstellungsmöglichkeit für die Begrenzung der Bearbeitungszeit sowie die Verlinkung zum Modul-Manual und zu einem aufgabenbezogenen Erklärvideo auf YouTube.

 

Blue Line

 

Konsolidierung

 

In der Therapie meint Konsolidierung die Verfestigung von Lerninhalten. Dieser Prozess ist immer nötig, wenn Sie mit Inhalten arbeiten wollen und ist die Basis des längerfristigen und dauerhaften Behaltens. Stures „Runterlernen“ ist dabei kein so geeigneter Weg. Besser ist es, verknüpft zu lernen. Es gibt Studien, die zeigen, dass das sich Gedanken über etwas machen, dass Diskutieren genau so gute Ergebnisse zeigt, wie das reine „Pauken“. Und nach Hirnschädigung ist das „Pauken“ oft nicht mehr praktikabel. Es gibt eine Fülle von Gedächtnisstrategien, die bei der Verknüpfung von Lerninhalten helfen können. Der Begriff der Lernstrategie geistert allerdings auch ab und an durch Zeitschriften, die mit gut gemeinten Gedächnistipps aufwarten. Nur werden dort leider oft überbordende Techniken vorgestellt, bei denen Sie sich am Ende nur noch die eingebauten Hilfen merken können, aber die eigentlichen Lerninhalte nicht wiedergeben können. Es gibt durchaus immer einen Teil der Patienten, die mit Geschichten und weitreichenden Assoziationen hervorragend zurechtkommen. Den meisten Patienten hilft aber eher die reine Verknüpfung des vorhandenen Lernmaterials. Verknüpfung ist die Basis, der Ursprung unseres Lernens: Wenn Karl-Heinz in der Steinzeit rote Beeren gegessen hat und Karl-Heinz war dann schlecht, hat sich Karl-Heinz gemerkt: rote Beeren = schlecht.

 

Bei Personengedächtnis ist es sinnvoll, zu Beginn – zum Aufbau von Strategien – die Kategorie „Besonderes“ auszuwählen. Hier haben wir interessante, manchmal pikante Details zu einer Person eingebaut. Diese erleichtern eine Verknüpfung, z. B. „hätte ich der Frau Mittenwald gar nicht zugetraut, dass sie so viel Schulden hat, so sieht sie gar nicht aus“, „dass der Taxifahrer immer im Bio-Laden kauft ist ja komisch, der steht doch sicher oft am Bahnhof und holt sich da was“. Denn auch Ungewöhnliches merkt man sich oft gut. Und dass der Geschäftsführer auch noch ehrenamtlich in der Sternwarte arbeitet passt vielleicht gut, weil er so dynamisch aussieht.

 

Und wenn das hier bei dieser Übung klappt und sie gute Verknüpfungen finden, dann wird Ihnen das auch im Alltag gelingen. Probieren Sie das auch mit der netten Bedienung im Supermarkt (wie heißt die nochmal?) oder z. B. mit dem Nachbarn, den Sie immer beim Gassi-Gehen treffen (warum hat der bloß seinen Hund so genannt? Haben Sie ihn das auch schon mal gefragt?).

 

Wenn Sie noch größere Probleme haben, Verknüpfungen wieder aufzugreifen oder die überdauernde Aufmerksamkeits-

zuwendung noch zu unsicher ist, dann sollten Sie zunächst die „sukzessive“ Vorgabe der Informationen wählen.

 

Schachtelreihen bieten nicht so einfache Verknüpfungsmöglichkeiten, hier müssen Sie auch mal kreativ sein. Beginnt die eine Wortreihe mit Hund und die andere mit Baum, dann liegt schon mal nahe, sich den Hund beim Baumanpinkeln vorzustellen.

 

Bei Memo-Rechnen könnte vielleicht der 1 eine Maus zugeordnet werden und der 2 ein Eichhörnchen, dann kann es besser sein, Sie stellen sich vor, 1 Maus tanzt mit 2 Eichhörnchen, als dass Sie eine umfangreiche Geschichte dazu aufbauen.

Entsteht eine solche Abfolge:

• Wolf

• Tiger

• Eichhörnchen

• Katze

• Maus

 

dann fällt schon auf, dass das einzig lange Wort in der Mitte steht. Suchen Sie nach kleinen Besonderheiten.

 

Ladenbesitzer ermöglicht vielfältige Verknüpfungen: Bier, Limo und Eiswürfel? Prima für die Gruppierung „Grillen“.  Stellen sie sich vor, wie warm es z. B. an der Kasse ist, wenn Sie die Eiswürfel direkt daneben anordnen. Stellen Sie sich bildlich vor, wie hübsch sich im Gartencenter die Rosen neben dem Lavendel machen. Diese Technik nennt man Visualisierung und dies kann sehr hilfreich sein. Im Baumarkt brauchen Sie vielleicht ein besonders großes Feld, um dort die Zaun-Elemente unterzubringen. Weil diese Übung ganz auf Strategie-Nutzung zugeschnitten ist, finden sich noch ein paar weitere Tipps direkt in der Instruktion der Übung.

 

Wenn in der Übung „Wo liegt was?“ Kerze und Kekse untereinander liegen, ist die Gruppierung (in dem Fall z. B. zum Thema Weihnachten) eine hilfreiche Strategie. Oder Sie merken sich, dass die orange Rose im orangen Rahmen war, oder die grüne Tanne neben dem grünen Rahmen.

 

Lernen Sie auch im Alltag etwas, was sich aufbaut: wie funktioniert die neue Fernbedienung, welche Vögel kommen zum Futterhaus? Um vielleicht eine Sprache neu oder weiter zu lernen, um ein Instrument (wieder) aufzugreifen, sich mit Flora/Fauna oder Geschichte vertraut zu machen, müssen vielleicht auch einmal Listen gelernt werden von Vokabeln, Epochen, Grifftabellen etc. Dann lernen Sie auch hier nicht stur runter, im Zweifel merkt sich Ihr Gehirn sonst vor allem die Reihenfolge. Lernen Sie schön flexibel, wie hier bei Schachtelreihen und Memo-Rechnen, nämlich vorwärts, rückwärts, kreuz und quer. Das schafft eine bessere Vernetzung.

 

Nur wenn Sie bei vielen Gelegenheiten die Chance zum Üben ergreifen, stabilisiert sich die Behaltensleistung auch längerfristig.

 

 

Bei  Modul 3 der Blue Line geht es um Konsolidierung. Die Lernaufgaben können hier nur bewältigt werden, wenn die Inhalte häufig innerlich wiederholt werden (also das sog. „interne Rehearsal“ genutzt wird) und auch Lernstrategien angewandt werden. Für die Verfestigung der Lerninhalte sorgen repetitive Informations-Vorgaben und -Abfragen.

 

Pro- und retroaktive Hemmeffekte, Interferenzeffekte können in der Auswertung detailliert beurteilt werden:

komplett gelernte Items (> 90 % Lernerfolg) sind dunkelblau eingefärbt,

fast gelernten Items (50-90% Lernerfolg) sind hellblau eingefärbt,

nicht gelernte Items (< 50% Lernerfolg) bleiben weiß.

 

Diese Auswertung wird nur direkt nach einer Übung angezeigt und – anders als die Statistik – nicht gespeichert. Es besteht aber die Möglichkeit, einen Screenshot des aktuellen Bildschirms zu speichern (in der Fotogalerie des Tablets) oder auszudrucken.

 

Sinnvolle übungsbezogene Wortvorschläge erscheinen, sowie die ersten zwei Buchstaben eingegeben wurden. Dadurch muss nicht so viel eingetippt werden. Sofern es sich nicht um eine Wortauswahl handelt, müssen Eingaben bei der Abfrage immer mit der Enter-Taste  („Los“, „Öffnen“,  „→“ etc.) bestätigt werden. Hinweis: Es kann vorkommen, dass Eingabefelder durch die Tastatureinblendung verdeckt werden. Tippen Sie in so einem Fall auf die Zurück-Taste Ihres Tablets, um die Tastatur wieder verschwinden zu lassen.

 

Bei der personalisierbaren Übung zum Personen-Gedächtnis gibt es als weitere Option auch eine personalisierbare Übung zur Gesichtererkennung: Es können direkt aus der App heraus mit dem Tablet Fotos von wichtigen Bezugspersonen gemacht oder aus der Fotogalerie gezogen werden. Das Programm behandelt die unterschiedlichen Fotos einer Person dann wie unterschiedliche Personen und gibt sie so zur Abfrage vor. Das kann im Bereich der Frühreha sehr nützlich sein, kann aber auch ganz klassisch bei Prosopagnosie eingesetzt werden. Auch der soziale Bezug ist in den personalisierten Varianten verfügbar, d. h. im Anlegen von Personen kann „Nachbar“, „Bruder“, „Enkel“ etc. mit angegeben werden und wird dann neben den anderen Personen-Informationen mit abgefragt.

 

Eine Provokation von Intrusionen findet sich zum einen bei „Memorechnen“: Hier legt der Lernerfolg die Schwierigkeitsstufe fest: Es werden zunächst die Items 1-5  gelernt, dann – erfolgsabhängig – die Items 6-10. Sind beide Stufen gut gelernt, wird auf Stufe 3 dann ein Itemwechsel durchgeführt: 2 der 10 Items tauschen die Plätze und ein weiteres Item wird durch ein ganz neues Item ersetzt. Die Auswertung weist den Lernerfolg für die drei modifizierten Items separat aus. Zum anderen gibt es bei der Übung „Wo liegt was?“ die Möglichkeit, erst eine und dann eine zweite, gleichartig aufgebaute Lerntafel vorgeben und nacheinander lernen zu lassen. Hier erfolgt die Einfärbung der Items bei der Auswertung über einen blauen / hellblauen / weißen Punkt auf dem jeweiligen Bild, damit bei der individuellen Analyse das Item noch erkennbar bleibt.

 

Lernstrategien werden besonders gefördert bei „Personen-Gedächtnis“ durch die Option der kompletten Informationsvorgabe. Dadurch sind inhaltliche Verknüpfungen im Lernprozess möglich. Die Übung „Ladenbesitzer“ setzt vollständig auf Strategieanwendung:  Hier soll das Sortiment eines Ladens ganz nach eigenen Vorstellungen und Lernstrategien untergebracht werden.

 

Bei diesem großen Modul finden Sie bei jeder einzelnen Übung eine Verlinkung zu dem entsprechenden Erklärvideo auf YouTube.

 

Das Modul-Manual können Sie auch als PDF zum Ausdrucken downloaden.

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